Piercings im Mund- Risiko nicht nur für die Zähne

zungenpiercing probleme

Sie erfüllen keinen offensichtlichen Zweck, hinterlassen aber offensichtliche Schäden: Piercings im Mundbereich.

Sei es in der Zunge, am Lippenbändchen, an der Lippe oder in der Wange:der Metallschmuck erfreut sich bei jungen Menschen allgemeiner Beliebtheit. Doch gibt es aus Sicht der Zahnmedizin einige gesundheitliche Aspekte, die dagegen sprechen und beachtet werden sollten.

  1. Gefahr einer Nervverletzung beim Setzen in die Zunge, Verletzung des Lippenbändchens, anfangs starke Schwellung und Schmerzen, Gefahr der Entzündung durch unsteriles Werkzeug - oft nur mit Antibiotikum behandelbar.
  2. Das Material: selten aus Kunststoff ( da das Allergierisiko sehr hoch ist) , meist aus Chirurgenstahl, Titan oder Niobium. Metalle, die sehr hart sind und deswegen- wenn sie mit den Zähnen in Berührung kommen-immer die "Gewinner" sind. Zahnschäden durch Schmelzabrieb, Risse und Absplitterungen, Temperaturempfindlichkeit sowie Zahnwanderungen durch ständigen Druck können ebenso die Folge sein, wie daraus resultierende Verletzung der Zahnwurzel und der Knochenstruktur. Dies ist sowohl bei Piercings im Oberlippenbändchen und um die Lippen, wie auch beim "Spielen" des Zungenpiercings mit den Zähnen der Fall. In Studien wurden Schäden nicht nur an den Zähnen, sondern auch am Zahnfleisch bis hin zur Parodontitis beschrieben.Oft ist dann eine vollständige Regeneration des Zahnfleischs trotz Entfernung des störenden Schmuckes nicht mehr komplett möglich. Abszesse und gelockerte Zähne werden ebenfalls beobachtet.
  3. Eine Titanunverträglichkeit mit daraus resultierender Entzündung ist selten, aber möglich. Diese Unverträglichkeit kann durch einen Bluttest im Labor bestätigt oder (fast) ausgeschlossen werden. (Infos dazu bei Ihrem Zahnarzt).
  4. Die Gefahr der gesundheitlichen Beeinflussung des Gehirns durch e-smog, Funkmasten, Handys, Funkuhren ist allgemein bekannt. Ein Piercing wirkt (wie alle Metalle am/im Körper) wie eine kleine Antenne im Kopfbereich. Studien zufolge erhitzt sich ein Metallpiercing beim Telefonieren mit Handy um ca. 4°C und verstärkt zudem die Strahlung.
  5. Pflege: Essensreste und Zahnstein setzen sich an und rund um den Mundschmuck ab. Bakterienkolonien entwickeln sich, welche die gesunde Mundflora beeinflussen und zu Karies führen können. Eine überdurchschnittlich gute Mundhygiene sollte deswegen gewährleistet sein.
  6. Nicht zuletzt spricht sich auch die traditionelle chinesische Medizin (TCM) gegen Piercings aus. Ein Piercing wirkt wie eine dauerhafte Akupunktur mit dicker Nadel und hinterlässt immer eine Narbe, ein Störfeld. Zungenpiercings werden meist in der sogenannten Milzzone gesetzt. Störungen im Bereich Milz, Magen, Bauchspeicheldrüse, quer verlaufendem Dickdarm,unterem Teil der Speiseröhre, Zwölffingerdarm können die Folge sein. Auch ein Durchstechen der Lippen und des Zungenbändchens können den Fluss der entsprechenden Leitbahnen (Meridianen) stören und zu Beschwerden in anderen Regionen des Körpers führen.

Diese Punkte sollte man sich vor dem Setzen des Mundschmuckes genau überlegen. Nach einer Entfernung sollten die entstandenen Narben entstört werden, um weitere gesundheitliche Beinflussungen weitestgehend zu vermeiden.